The „Black Mozart“

-Ryan Leslie-
Perhaps one of the most authentic and best songwriters&musican ever.
He studied at Harvard University at the age of 15.
I don’t understand how so many people go crazy for artists, who don’t even understand their power to society (Won’t mention who’s on my mind).
Thanks to God – I have no power.

real – realer – fantasy

Tagebuch der Ehefrau (4.)

M.A.A.d City

Tagebuch der Ehefrau (4.)

Ich musste erst einmal realisieren, was passiert ist. Ich konnte die letzten Tage nicht an die schrecklichen Taten denken die mein Mann getan hat. Ich konnte ihn nicht aufgeben. Aber er war ein Mörder.

Ich war seine treue ergebene und unterwürfige Ehefrau geworden. Mit starker Persönlichkeit, die allerdings kaum zu ihrem Mann durchdringt. Wir redeten jetzt öfter. Ich verstehe die Welt ncith mehr. Ich dachte er hätte sich lange darauf gefreut mich umzubringen. Dachte er zog mit mir aufs Land um mich dort loszuwerden. Dachte er wäre ein bösartiger, sexueller Sadist. Dachte er würde mir bald von all den Morden erzählen. Dachte wer würde mir sein wahres Gesicht bald zeigen. Endlich. 

Dagegen passierte das, was ich nicht vermutet hätte.

Er suchte das Gespräch mit mir. Wir redeten über diesen angeblichen Unfall. Er beteuerte mir, dass er ein Unfall war. Er sagte auch noch etwas, das mich beunruhigte.

Als ich da am Fenster stand, lächelte er mir zu. Er sagte, er hätte nicht bemerkt das die Axt wirklich so weit fliegen kann. Er hätte niemals daran gedacht eine Frau umzubringen. Er konnte nicht mit mir darüber reden, weil er Schuldgefühle hatte. Er konnte sich allerdings eins nicht unbedingt erklären.

Er sah mich lachen. Ich lächelte ihm genauso zu damals. Damals als es geschah.

Er meinte, dass er mich angelächelt hatte, als er noch nicht bemerkt hatte was passiert war. Er meinte, dass er sich schrecklich fühlt. Ich hörte ihm zu. Ich machte anschließend etwas zu essen. So leicht kommt er nicht davon. Keiner verdient eine solche Beziehung.

Am Abend zeigte er mir de verschiedenen Plätze im Keller. Er zeigte mir eine Wand, auf der diverse Ideen hingen, die er als Entschuldigung realisieren wollte. Er wollte sich bei der Familie dafür entschuldigen. Er wollte sich entschuldigen.

Danach gingen wir zusammen aus dem Haus. Ich frage, ob er wirklich in den Wald gezogen sei, um dort Blumen zu züchten. Wir zogen vor 5 Jahren hier her. 5 Jahre…

Er lief mit mir durch diesen Wald, der sich bei uns an die Blumenbeete anschließt. Ich zeigte ihm die vermeidlich frisch umgegrabenen Stellen, bei denen ich damals an verschiedene Horrorgeschichten denken musste. Er sagte mir, dass er sich so etwas nie vorstellen konnte. Er war 43 und hatte angeblich noch nie Mordfantasien oder etwas in der Art.

Ich dachte nicht lange nach. Wir liefen Nachts im Wald durch die Gegend. Die Menschen in diesem Loch hier hatten Angst vor meinem Mann. Mich mieden sie genauso. Hatten meistens auch Angst vor mir.

Er zeigte mir mit der Taschenlampe die Blumen, die er vor 5 Jahren eingepflanzt hatte. Nur für mich. Ich musste lachen.

Wir liefen weiter. Tiefer in den Wald. Er sagte, dass dies die Strecke wäre, die er Nachts gelaufen ist, da es hier niemanden gibt der die selbe Strecke läuft. Er wollte manchmal alleine sein.

Ich hielt es nicht mehr aus. Endgültig. Es war Nacht. In der Dunkelheit war es schlimm.

Du bist so lächerlich“ sagte ich zu ihm und blieb stehen. Er schaute mich verdutzt an.

Ich konnte nicht mehr. Es war nicht mehr witzig. Es war lächerlich.

Ich sagte zu ihm, dass ich nicht auf meinen Spaß verzichte. Das ich dachte endlich jamdenen gefunden zu haben, der mich versteht. Der mich nun total enttäuscht hat.

Er sah mich entsetzt an und frage mich wirklich „Also war das nur ein Spiel?“. Ich sah weg. Ich musste mir mein lachen zurückhalten. So etwas. Er dachte wirklich, dass ich Angst hatte. Ich dachte er merkt, dass ich nur eine Rolle spiele.

Hast du jemals jemanden umgebracht… absichtlich?“ fragte ich ihn. Er sah mich an. Diesen Blick kannte ich sehr gut. Der realisierende Blick. „Du hast mich nicht angelacht damals. Dieser schreckliche Unfall hat sich amüsiert.“ sagte er in typisch stotternder weise.

Och, Schatz.“ ich sah ihn an. Lächelte ihn an. Es war unterhaltend wie sehr er sich fürchtete.

Ich packte das Messer aus und erstach ihn mit einem gezielten stoß ins Herz. Als er zu Boden fiel, da wo alle immer zu Boden fielen, zeigte ich ihm noch etwas.

Die vielen stellen die ausgehoben waren. Die stellen die ab und zu umgegraben waren. An diesen Stellen liegen seine Eltern, die ich nach dem ersten Besuch bei uns verrecken lassen hatte. Weiter links waren da noch ein paar junge Hüpfer. Ein paar Männer die mitspielen wollten, bis es ihnen zu spaßig wurde. Er sah mich mit großen Augen an. Ich sagte ihm nur noch „ Jetzt muss ich mir wieder einen suchen, konntest nicht einfach mitspielen was? Wirklich Schade… Ich hatte Spaß!“ sagte ich nett, höflich. Zum Schluss küsste ich ihn und sagte „ Nr. 32“.

Ich vergrub ihn neben Nr. 23. Ich mag Zahlenspiele.

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(Entschuldigen Sie Rechtschriebfehler🙂 )

Tagebuch der Ehefrau (3.)

Wake up free

Tagebuch der Ehefrau (3.)

Positiv gestärkt und alte Kraft und Energie wiedergefunden. Ich habe nun sehr sehr oft über meinen Plan nachgedacht. Ich habe immerhin Mathematik bis zum 4 Semester studiert, bevor ich aufs Land zog um wie mein Mann Blumen zu züchten… ich müsste einen Fehler im System finden.

Wie so oft auch, war ich am verzweifeln. Mittlerweile bin ich mir sicher, dass es etwas verändert. Meine Kraft wird wohl irgendwie größer und mein Überlebenswille auch. Ich ging in unser Schlafzimmer. Ich packte in die Nachtschränkchen besondere Waffen. Eine Nagelfeile und Tabasco. Hört sich verrückt an. So ist mein Plan. Verrückt. Er blieb immerhin noch weitere 4 Stunden bewusstlos. Ich hatte doch einen starken Schlag drauf.

Ich ging in seinen Keller. Wie erwartet waren dort tausende komische Schrauben, noch mehr Sägen, Äxte und Messer. Ich sah mich um. Sah mir seine Möglichkeiten in Ruhe an.

Ich hatte nun gar keine Angst mehr, weder vor ihm noch vor dem Sterben durch ihn. Ich nahm eine seiner Äxte. Eventuell auch die Axt die er damals verwendet hatte. Ich nahm sie mit nach Oben ins Wohnzimmer. Ich legte sie genau dahin, wo er lag. Ich nahm Küchenmesser. Verteilte sie im ganzem Haus. Vor allem aber dort wo er lag. Ich legte den Wohnzimmertisch seitlich hin, um eine Art Schutzschild zu errichten.

Ich ging in den Garten. Holte eine Schaufel. Holte eine Harke. Holte eine Sense mit der wir im Sommer das Gras stutzten. Brachte alle ins Wohnzimmer. Stellte sie an die Fenster angelehnt auf. Fast so wie in einem Auswahlverfahren sollte er sich entscheiden.

Mein Plan schien fast ganz selbstverständlich. Ich verband ihm die Hände. Laufen konnte er also noch. Er konnte auch ohne Probleme die Fesseln lösen. Das war so geplant.

Ich rechnete mit einem aggressiven, stürmischen Psychopathen der sich durch die Waffenwahl abgelenkt ist und sich nicht auf mich konzentriert. Ich wollte wissen was alles passiert ist. Ich wollte wissen, wieso er mir jahrelang etwas vorgespielt hat. Ich wollte wissen, wie er mir und seinen Kindern so etwas antun konnte. Ich wollte wissen, wieso er mich noch nicht umgebracht hatte.

Ich wollte wissen, wie es ist jemanden umzubringen. Wieso Menschen so etwas tun. Was erhoffen sie sich daraus denn? Verschwinden Probleme?

Gegen 1 Uhr Nachts wurde er wach. Er war ruhig. Ich nicht. Ich stellte mich neben ihn. Ich sagte er habe mir Angst gemacht. Viel Angst in letzter Zeit. Ich konnte nicht verstehen was in mir vorging. Ich war erschüttert. Ich redete mit ihm. Ich forderte ihn heraus. Ich stellte mich der Angst.

Anfangs konnte er nicht antworten. Ich wartete eine halbe Stunde auf einem Sessel im Wohnzimmer. Wartete noch eine Halbe Stunde.

Und schlief schließlich ein, währenddessen band ersich los… Als ich heute morgen aufgewacht bin, lag ich nicht auf dem Sessel. Ich lag im Bett. Ich wusste nicht wie ich hierher gekommen war.

Anschließend lief ich rüber in die Küche. Dort stand eine Tasse Kaffee für mich. Mein Mann hatte wohl alle Waffen aufgeräumt und wieder sicher verstaut. Er saß am Tisch im Wohnzimmer und winkte mich zu sich. Ich nahm meinen Kaffee. Ich lief zu ihm. Ich verstand nicht wieso er mich nicht einfach umgebracht hatte, wenn er doch schon so oft die Möglichkeit dazu gehabt hatte. Ich verstand zudem nicht wieso er überhaupt noch lebte. Allein die Äxte die ich überall als Fallen platziert hatte, hätte nur ein Meister ganz ohne schrammen überlebt. Ich hatte selbst auf der Treppe zum Keller Äxte an schnüre gebunden. Sie sollten ihn überraschen und verletzten. Ich dachte, dass ich mich vor ihm fürchten sollte. Ich dachte das er mich durch das ganze Haus verfolgen würde, bis er mich umbringt. Aber er saß nur am Küchentisch.

Dann fragte er mich,ob alles „O.K.“ wäre. Typisch er. So wie Früher. So wie damals. Als wäre es nur einer meiner Träume. Unfassbar. Für was hält er sich.

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(Entschuldigen Sie Rechtschriebfehler🙂 )

Tagebuch der Ehefrau (2.)

hard to love somebody –

Tagebuch der Ehefrau (2.)

Wieder nur ein Tag wie jeder andere. Das ich ihn überlebt habe grenzt wohl an ein Wunder. Heute war wohl der Tag an dem ich kurz davor stand, mich wirklich dem Ende hinzugeben. Wirklich. Weil ich es wollte. Aber dann überkam mich dich Angst als mein Mann ins Zimmer platze, genau in dem Moment als ich abdrücken wollte. Die Pistole an meinen Kopf haltend starrte ich ihn einfach regungslos, aber von Angst erfüllt an.

Wie war es so leicht möglich eine starke Persönlichkeit, die ich damals war, so zu verändern und so zu verängstigen, dass ich nicht einmal selber Respekt vor meinem Leben hatte.

Ich dachte daran was passieren könnte, sobald ich nicht mehr bin. Keiner außer mir weiß wirklich wie mein Mann ist. Kein Sozialer Umgang. Ken Kontakt zur Außenwelt. Selbst Einkäufe machen wir kaum. Da wir ländlich leben, bekommen wir die Milch, den Käse und ein paar Einkäufe geliefert. Jeden Morgen um 8.10 läuft eine alte Dame an unserem Grundstück vorbei. Früher hat sie sogar immer wieder mal bei uns geklingelt, um etwas zu verkaufen. Jetzt muss ich ihr regelrecht hinterherrennen um an die Milch zu kommen.

Ja. Ich wundere mich ständig darüber, wie ich noch sozialen Kontakt suchen kann. Und dies ohne dass ich jemandem das Gefühl von Angst oder Schauer übermittle.

Mein Mann weiß, dass ich mich nicht trauen würde jemandem etwas zu sagen. Nicht weil es mir gefällt so zu leben. Erst recht nicht weil ich Angst davor habe, dass er mich umbringt. – Dieser Tag wird wohl irgendwann kommen. – Sonder weil keiner mir zuhören würde. Keiner.

In einem Dorf reden die Menschen miteinander. Hier reden nur Familien und Freunde miteinander. Manchmal.

Ich bin nicht wirklich verwundert darüber, dass mein Mann ins Zimmer gekommen ist. In letzter Zeit beobachtet er mich andauernd. Es gruselt mich. Kein beobachten wie es früher war. Es ist eine Art observieren und studieren. Als ob ich eine Maus wäre die unter bestimmten Bedingungen ein Problem lösen sollte. Dabei fühle ich mich hier als ob ich nur in einem Hamsterrad renne, ohne Ziel. Bis ich nicht mehr kann.

Als er in mein Zimmer kam, heute Vormittag um Punkt 9 Uhr, sah er mich zum ersten mal wieder normal an. Ich kann mich nicht in ihn hineinversetzten. Kein bisschen. Er sah mich an. Ohne Hass. Ohne Angst verbreiten zu wollen. Ohne unheimliche Mimik. Aber allein seine Anwesenheit gruselte mich. Ich spürte wie meine Knochen sich in Staub verwandelten, ich kann diesen Schmerz nicht beschreiben, ich will es auch nicht. Will mich nicht daran erinnern.

Ich schreibe dies alles auf, damit meine Kinder eines Tages verstehen, wieso ich Dinge getan haben werde.

Der Moment war… Schockierend. So schnell er die Tür geöffnet hatte, so langsam und behutsam mache er sie wieder zu. Ohne ein Wort zu verlieren. Ohne, wie erwartet, Freude zu empfinden.

Seltsam. Es war seltsam.

Später wurde es noch seltsamer. Ich wusste nicht recht wie ich damit umgehen sollte. Mein Mann war wohl noch in gewisser weise menschlich geblieben. Komischerweise machte dies mir nur noch mehr Angst. Ich war nun total verwirrt. Nicht ansprechbar. Zu keiner Handlung fähig.

Ich ging ins Wohnzimmer, wollte meine Pistole an ihren sicheren und geheimen Platz legen. In diesem Moment kam er herein. Er sah die Waffe. Schaute mir in die Augen. Eine gefühlte Ewigkeit lang. Sagte schließlich einfach nur „Nein“. Ohne gewalttätig, irre oder psychopathisch zu wirken. Das erste mal seit 4 Monaten. Seit 4 langen Monaten.

Unfassbar. Da fiel mir die Waffe aus der Hand. Ich bekam Panik. Wollte ihm nicht zeigen, dass er mich manipulieren kann. Wollte stark wirken. Immerhin stark genug um eine Entscheidung zu treffen die mein Leben verändern oder beenden könnte.

Doch da nahm er sich die Waffe.

Er war in seinen blauen Bauarbeiterhosen unterwegs. Dort hatte er immer verschiedene Dinge parat, die nützlich sein könnten, wie er Früher immer beteuerte. „Nützlich“ wahr wohl damals der Begriff für „Ich kann damit Nachts jede Menge hübscher Frauen erstehen und aufschlitzen ohne das du es weißt, Schatz“.

Ich starre nur noch auf die Pistole, die mittlerweile unter seinem Fuß verankert war. Diese alte Pistole hatte mir meine Mutter gegeben. Sie sagte, dass eine jede Frau sich in gewisser weise sicher fühlen muss, erst recht wenn man auf dem Land, abgeschottet lebt wie wir. Ich hielt dies damals für Schwachsinn;

Diese alte Pistole unter seinem Fuß zu sehen, war in etwa das Zertreten meiner letzten Hoffnung. Das Zertreten meiner letzten Ehre. Die Zerstörung jeglicher Alternativen.

Er nahm sie schließlich in die linke Hand. Ich dachte schon er wolle mir beweisen, dass er mich sogar mit links umbringen kann. Er nahm die Munition raus. Er schmiss die Pistole gegen die Wand. Ich zuckte nicht, obwohl er sie so stark geworfen hatte, dass sogar ein Loch in der mindestens 2 m entfernten Wand entstand.

Ich konnte nun weder reden, noch mich bewegen. Erst als er ging, konnte ich mich rühren. Ich sah wie er beim rausgehen seinen Kopf schüttelte, als sei ich die Verrückte. Als würde er mich nicht verstehen können. Als hätte ich mich gerne verändert und irgendwann eventuell sogar umgebracht.

Er kam zurück. Er sah schrecklich grausam aus. Er kam mit schnellem schritt auf mich zu. Ich wusste nicht was geschah. Ich sah den Kerzenständer neben mir. Den den mir auch meine Mutter geschenkt hatte. Ich griff ihn. Ich schlug. Er fiel.

Er liegt nun eine stunde da. Ich weiß nicht was ich machen soll. Wenn ich jetzt renne, würde ich mich bei der Dunkelheit im Wald verlaufen. Mein Auto sollte lange repariert werden. Meine Nachbarn reden nicht mit mir und alle anderen würden mir nicht einmal die Türe öffnen.

Das einzige, dass mir sinnvoll erschien war das abwegigste das mir eingefallen ist. Ich verarztete ihn. Ich verband die wunde Stelle an seinem Kopf. Ich hoffe das er tot ist, auch wenn ich ihn verarztet habe. Selbst wenn dies mein Untergang ist. Ich habe getan was ich getan habe. Mein Mann, bleibt mein Mann. Ich habe ihn geheiratet. Ich bin an seiner Seite. Ich weiß das es ein Fehler war. Jeder normale Mensch würde die Zeit nutzen um ihn zu quälen oder schnell zu töten.

Ich habe allerdings einen anderen Plan. Falls er klappt, wird es nie wieder mehr Probleme geben. Doch falls er nicht klappt, hoffe ich mir nicht selbst mein Grab geschaufelt zu haben…

Ich ehe nun aus dem Schrank. Mein einziger Zufluchtsort. Der einzige Ort, den ich noch gerne in diesem Haus besuche. Der einzige Ort, der Schutz bietet.

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(Entschuldigen Sie Rechtschreibfehler🙂 )

Kurzgeschichte – Tagebuch der Ehefrau (1.)

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Tagebuch der Ehefrau (1.)

Es ist nicht oft so, dass jemand wie ich eine derart verdrehte Person akzeptiert. Ich stelle mir oft vor, wie es früher war als mein Mann mir noch mit vollem Bewusstsein gegenübergetreten ist. Er hat mir des öfteren in die Augen geschaut, und gesagt „Schatz, deine Augen versüßen mir den Tag…“. Diese alten liebevollen Zeiten sind wohl vorüber. Es ist nicht nur so, dass er sich nun immer mehr zurückzieht, sondern auch noch so, dass es mir vorkommt, als ob er in mir eine Gegnerin sieht.

Jeden Tag stehe ich mit der Hoffnung auf, dass es so wie Früher wird.

Im laufe der vielen Jahre in denen wir verheiratet sind, hat er sich bemüht ein guter Mann und Vater zu sein. Er hat sogar öfters auf ein Fußballspiel verzichtet um mit seiner Familie nett Essen zu gehen. Das mach nun wirklich nicht jeder. Heute ist es so, als ob er mich als Bedrohung wahrnimmt. Ich habe ihm nie etwas zugefügt. Ich habe nie etwas gemacht, dass der Auslöser für dieses Verhalten sein könnte. Es ist so, dass nach dem Unfall, in den wir verwickelt waren, ich mich zeitweise auch distanziert habe. Ich konnte nicht mit ihm über die Tote reden, und erst recht nicht über den Tag an dem alles geschah.

Ich beschloss nach diesem schlimmen Tag, einen Schlussstrich zu ziehen. Endgültig. Im Endeffekt war es dann so, dass ich mir die Haare Schwarz färbte, obwohl mein Naturblond eine schöne Farbe war; ich mir meine viel zu langen Fingernägel abschnitt und jegliche auffälligen Farben aus meinem Kleiderschrank sperrte. Nur noch Braun, Blau, Dunkelgrün, Weiß und Schwarz waren übrig geblieben.

Wozu auch Aufsehen erregen, wenn der Mann neben dir kaum ein Wort mit dir sprechen will, deine Kinder längst ihr eigenes Leben führen und du mit deinem Leben alleine und schutzlos dastehst.

Meine Probleme wurden aber nur noch schrecklicher, als mein Mann mit der Zeit ganz aufhörte er selbst zu sein. Kein einziger Gesichtsmuskel regte sich Morgens, Mittags oder Abends. Kein einziges gefühlvolles Wort kam mehr aus seinem Mund. Er stand morgens auf, machte sich seinen Kaffee, und ging in seinen Keller.

Im Keller verbrachte er Früher schon Zeit. Er baute gerne Dinge zusammen und lebte so seine Kreativität aus. Dies machte er jetzt auch. Die Art und Weise hat sich nich verändert.

Es ist erschreckend für mich, zu sehen wie sehr sich nach diesem einem Moment verändern konnte.

Es war unheimlich sein starres Gesicht morgens aufwachen zu sehen, und ich fürchtete mich mittlerweile vor meinem Mann. Meine Kinder fragten mich ab und zu wieso es ihn so mitgenommen hat. „Unfälle passieren“ meinten sie, und wollten sich wohl nicht weiter darauf einlassen.

Meiner Meinung nach war es kein Unfall. So wie er sich jetzt verhält, ist wohl seine wahre Natur. Er hatte schon immer komische Angewohnheiten, wie Nachts einen Spaziergang machen. Dabei habe ich mir allerdings nie Sorgen gemacht.

Aber es machte langsam Sinn. Diese Frau aus der Nachbarschaft war wohl nicht ganz zufällig auf der Straße, als es passierte. Sie ging an diesem Tag wie jeden Morgen zu ihrem Auto, und da wir etwas abgelegener wohnen ist es ein kleines Stück bis zum Autostellplatz.

Mein Mann ist mit allen möglichen Geräten ausgestattet, und vielleicht wollte er wirklich nur Draußen in der Frühlingsbrise etwas hacken, einen Ast oder etwas Holz für unseren Ofen. Doch für mich schien es kein Unfall zu sein. Er war gelernt, konnte mit Werkzeugen umgehen. Er kannte unseren Vorhof und die Stelle zum Holz hacken. Er war auch nie unbedingt ungeschickt, oder tollpatschig.

Eine Axt fliegt nicht aus den Händen eines Mannes, genau auf diese junge Frau… Nicht mit einem derart präzisen Schnitt.

Ich stelle mir selbst heute noch vor, was passiert wäre, hätte ich an diesem Tag nicht aus dem Küchenfenster in den Garten geschaut. Hätte mein Mann sie dann einfach in unserem Waldstück vergraben? Womöglich noch mit der selben Axt zerstückelt? Wer sagt das mir das nicht auch passiert, immerhin kennt er sich mit allen Waffen aus, und hat im Keller genügend zur Auswahl… Es sah auch nicht so aus, also ob er sich vor dem Blut oder der Leiche ekelt.

Einen Moment werde ich nie vergessen. Den Blick den er mir zugeworfen hat, als er die Frau zu Boden fallen sah. Ein Blick der mich Nachts verfolgt.

Nicht wie erwartet ein von Schock gezerrtes Gesicht. Keine Träne, keine Panik. Keine Reaktion die mich beruhigt hat. Er lächelte. Und zwar so, wie er mich immer angelächelt hatte, als wir frisch verliebt waren.

Wenn er heute an mir vorbeiläuft, bekomme ich noch immer Gänsehaut. Am liebsten würde ich wegrennen, dies kann ich meinen Kinder aber nicht an tun, außerdem hätte ich keine Chance zu überleben. Irgendwie habe ich noch immer die Hoffnung, dass ich nur schlecht Träume und der liebevollste Mensch den ich je gekannt hatte, kein Mörder ist. Diese Hoffnung wird wohl eines Tages mit mir sterben. Außer er stirbt zu erst.

Eins ist klar, es wird von Tag zu Tag schlimmer. Meine Angst wächst. Aber ich habe ihn geliebt, sein altes ich. Der Mann in meinem Haus, ist jetzt eine Person, der ich nicht begegnen will. Das einzige Wort, dass er zu mir gesagt hat, seit dem Tag, war ein dunkles, und langgezogenes „Okaay.“, als er mich weinend im Schrank erwischt hatte. Ab diesem Zeitpunkt kann ich nicht einmal mehr weinen. Ich kann gar nichts mehr. Klammere mich an eine Hoffnung und an meine Vorstellungskraft. Beides wird mir womöglich nichts bringen, da er mir durch sein Lächeln nur Dunkelheit und Angst als Überlebenshilfe gelassen hat.

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